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Die sanfte „Therapie“

Die sanfte „Therapie“

AQUARELL AINMA-ANIMUS TECHNIK

Für lange Zeit war es meine Absicht eine Maltechnik zur Verfügung zu haben, die folgende Kriterien beinhalten sollte: Sie muss schnell und wirkungsvoll anwendbar sein, Tiefe und Räumlichkeit beinhalten, ausdrucksstark, lebendig und kraftvoll wirken. Im Weiteren soll sie die Gabe beinhalten, unsichtbare Energien, wie aller Art von Emotionen, z.B. das Lachen eines Kindes, ein Schmerz, Musik oder Klang visuell sichtbar zu machen. Auch soll diese Technik leicht erlernbar und zugänglich für jeden Interessierten sein.

Im Herbst 92 konsultierte ich eine Therapie, bei der ich unter anderem all meine Kinderschmerzen von meinem mentalen, emotionalen, physischen und spirituellen Körper malte. Nach diesem Abladen und Loslassen hatte ich neuen, leeren Raum in mir, das zur Folge hatte, dass ich zur oben erwähnten Technik Zugang bekam. Zu der Zeit malte ich für ca. drei Monate mit dieser Technik und konnte in Bezug zu Abstraktionen ein neues Verständnis erlangen. All die vielen Jahre zuvor hatte ich nicht das geringste Verlangen zu abstrahieren, denn ein Teil in mir, der Pragmatiker, hätte das nicht zugelassen. Dies änderte sich schlagartig. Wie es bei mir üblich ist, habe ich danach diese Maltechnik für knappe zwei Jahre in die Schublade gelegt und nur durch das Betrachten der damals entstandenen Bildern mich inspirieren lassen. Eine neue Aufgabe kam auf mich zu, nämlich zu erkennen, welche unglaubliche Vielfältigkeit diese Technik beinhaltet und welche Botschaft sie in sich trägt. Und bis heute hat sich daran nichts geändert, im Gegenteil. Eine reiche Vielfalt von neuen Arbeiten bestätigen die enorme Tiefe in Aussagekraft und Gehalt.  Diese Technik kann wirklich unsichtbares sichtbar machen.

Zur Technik selber:

Der wesentliche Unterschied zu anderen Maltechniken besteht darin, dass beide Hände gleichermaßen an der Entstehung des Bildes beteiligt sind. Bekanntlich ist die linke Körperhälfte die weibliche – Anima, empfangende und die rechte Körperhälfte die männlich- Animus, aktive. Das weiße Blatt Papier, das die Farbe empfängt ist aus dieser Sicht, weiblich, empfangend. Der Pinsel, der die Farbe aufträgt ist aktiv, männlich. Somit hat die linke Hand eine sehr wichtige Aufgabe. Sie entscheidet, wo der Pinselstrich auf dem Blatt platziert wird. Das heißt, die linke Hand dreht konstant das Blatt im gegenurzeigersinn (weibliche Drehrichtung) und die rechte Hand platziert die Farbe mit dem Pinsel. Das hat zur Folge, dass die  entstehende Form einen spiralähnlichen Aufbau erhält weil sich bei der Drehbewegung mit der linken Hand das Blatt aus dem Zentrum verschiebt.

Im weiteren ist es die Aufgabe der rechten Hand in einer gleichbleibenden Bewegung mit den Pinsel nach jedem Drehmoment die Farbe aufzutragen. Diese Pinselbewegung wird aus der ganzen Körperdynamik heraus geboren und hat im wesentlichen immer den gleichen Ablauf. Die einzige Variation, die die rechte Hand mit dem Pinsel ausführt, sind verschieden lange Striche. Diese verschiedene Strichlängen kommen aus der natürlichen, inneren Körperdynamik. Nach ein paar längeren, folgen ein paar kürzere Striche und werden wieder ergänzt durch ein paar Längere. Die Schnelligkeit, in der Pinsel geführt wird hat sehr großen Einfluss auf die Kraft einer Linie. In sich ist bereits jede gemalte Linie eine eigene Energie oder Wesenheit, die eine Ergänzung in einer neuen Linie sucht.

Es ist äußerst wichtig, das die rechte Hand nicht aus dem Handgelenk oder Ellenbogen heraus die Bewegung vollzieht, sondern aus der Schulter und wenn möglichen aus der Bewegung des ganzen Oberkörpers. Dadurch wird ein Strich nie gerade, sondern beschreibt immer einen natürlichen Radius.

Das Wichtigste beim Malen ist es, mit der Technik zu spielen. D.h. ins innere kleine Kind zu gehen und in Vertrauen und Unschuld zu Experimentieren. Jede mentale Fixierung lässt den Erfolg schwinden. Der Erfolg kommt aus dem Bauch (Hara, die Bauchmitte) und ermöglicht den Kanal zu öffnen, der die Verbindung zu metaphysischen Bereichen erschließt.

Hier meine Bühnenaktion in Dortmund:

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